Geht nicht gibt's nicht: Flüssiggas zum halben Preis!!

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Flüssiggas ist eine saubere und praktische Energieform: Unabhängig vom Anschluss an eine Leitung, sauber und rückstandsfrei wie Erdgas. Jedoch: Die Preise von Flüssiggas sind deutlich höher als die Preise von Öl- oder Erdgas. In die Kritik von Verbraucherverbänden sind die Anbieter von Flüssiggas aber nicht durch hohe Preise, sondern durch unseriöse Geschäftspraktiken geraten. Der Bund der Energieverbraucher hatte deshalb 1991 die ganze Flüssiggasbranche mit der „Trüben Funzel" „ausgezeichnet". Neue Kunden werden nur nach Abschluss eines Liefervertrags mit langjähriger Bindung beliefert. Oft muss der Kunde auch einen Flüssiggastank mieten. Die Verträge verbieten meist, dass Flüssiggas von einer anderen Firma bezogen wird. Wenn der Kunde einen günstigeren Preis angeboten bekommt, dann verpflichtet sich der Lieferant, zum Preis dieses Konkurrenzangebots zu liefern. Dies steht in den meisten Lieferverträgen. Dem Kunden wird damit beruhigend signalisiert, dass der eigene Lieferant mindestens so günstig liefert wie jeder mögliche Konkurrent.

Was die Kunden zu Beginn nicht wissen: Flüssiggas ist deutlich teurer als Öl und Erdgas. Und kein Flüssiggaslieferant macht dem Kunden eines anderen Lieferanten ein Angebot. Damit läuft die Konkurrenzklausel praktisch ins Leere. Denn der Kunde kann kein Konkurrenzangebot vorweisen.

Der neue Anbieter: Die BHG

Damit dürfte nun Schluss sein. Denn es gibt nun zumindest einen Anbieter von Flüssiggas, der aus dem stillschweigenden Kartell ausbricht. Er macht Konkurrenzangebote und liefert zu gerade sensationell günstigen Preisen. Sie liegen um die Hälfte unter den branchenüblichen Preisen. Kostet Flüssiggas derzeit etwa 60 Pfennig
je Liter, so verkauft die BHG von Landwirt Gerd Eickhoff denselben Brennstoff für 31 Pfennig je Liter.
Gerd Eickhoff ist Geschäftsführer und Gesellschafter der BHG Agrarhandel, einer bäuerlichen Handelsgesellschaft am Niederrhein. Er hat selber einen Stall und so lag es nahe, dass die BHG zunächst mit Sauen, mit Viehfutter und Versicherungen handelte. 1994 lernte er den Holländer John Driessen kennen. Eine folgenreiche Begegnung, denn Driessen hatte über seinen Vater Zugang zum Mineral- und Flüssiggashandel. Driessen konnte direkt von den großen Raffinerien in Holland Flüssiggas sehr günstig beziehen und an die Bauern am Niederrhein liefern. Das sprach sich schnell herum. Mittlerweile beliefert die BHG mehrere Tausend Kunden in Nordwestdeutschland. Aber nicht nur der Preis, sondern auch die Geschäftsauffassung der BHG unterscheidet sich deutlich und wohltuend vom Rest der Branche. Eickhoff schließt keine Lieferverträge ab, sondern liefen wie angeboten. Seine Preise schwanken jahreszeitlich, wie die der anderen Lieferanten auch. Verlangte die Branche im strengen Winter 1997 über eine Mark je Liter, so gab sich Eickhoff mit 60 Pfennig zufrieden.

Das BHG-Erfolgsrezept: Kosten gering halten, keine teuren Vertreter anheuern, langsam expandieren, auf zufriedene Kunden setzen, gute Qualität zu guten Preisen bieten.

Verträge gehören verboten

Der BHG-Chef bezeichnet alle Flüssiggas-Lieferverträge als unseriös. „Die Verträge sind dazu da, die Kunden langfristig zu binden und die Kräfte des Wettbewerbs außer Kraft zu setzen". Die Branche argumentiert, man brauche die Verträge, damit der Kunde sicher sein kann, beliefert zu werden und der Lieferant seinen sicheren Absatz kalkulieren kann. Eickhoff wundert sich, dass man Brötchen gemäß dieser Logik ohne Bezugsvertrag kaufen kann, weil der Bäcker ja seinen Verkauf nicht vorhersagen kann. Eickhoff beliefert alle seine Kunden auch ohne Vertrag seit vier Jahren zuverlässig und zu sehr günstigen Preisen. Er verwirklicht, was die übrige Branche nicht kann oder nicht will: Kalkulieren und liefern ohne vertragliche Bindung.

Nicht jeder wird beliefert

Die BHG beliefert nur Kunden, die einen eigenen Flüssiggastank und keine vertragliche Bindung an einen anderen Lieferanten haben. Dies muss auf dem Lieferschein vom Kunden bestätigt werden. Wird aufgrund falscher Angaben doch ein vertraglich gebundener Kunde beliefert, so scheint auch dies laut neuerer Rechtssprechung rechtens zu sein. Die BHG liefert nur im Nordwesten Deutschlands. Aber auch in anderen Regionen Deutschlands gibt es „freie" Flüssiggashändler, die aller dings nicht direkt aus Holland und daher zu höheren Preisen beziehen und liefern. Aber auch diese Händler liegen mit Preisen zwischen 37 und 48 Pfennig je Liter deutlich unter dem derzeitigen „Kartell preis" von etwa 60 Pfennig je Liter.

Freier Flüssiggasmarkt

,.Die meisten Verbraucher wissen gar nicht, dass es einen freien Flüssiggas Markt gibt", beklagt Eickhoff. Dabei kann jeder einen Flüssiggas Tank selbst kaufen und aufstellen lassen. Auch die Tanks kann man über die BHG kaufen. Selbst für die technische Überwachung kann die BHG unabhängige Firmen vermitteln, die nicht in den Diensten des „Kartells" stehen. Ein Tank kostet ca. 3.000 DM und macht sich bereits nach zwei bis drei Jahren bezahlt: Durch die günstigeren Bezugspreise.

Verträge kündigen!

Eickhoffs Ratschlag. Lieferverträge sofort kündigen und den Tank zurückgeben. Vertragslaufzeiten von fünf oder zehn Jahren sind nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm unwirksam, wenn sie im Einzelfall weder verhandelt noch ausgehandelt wurden. Solche Verträge können jederzeit mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden, ohne dass Strafzahlungen zu befürchten wären. Die Tankabholung maß allerdings der Kunde zahlen. Auch andere Klauseln in vielen Flüssiggas-Lieferverträgen sind rechtswidrig, wie ein Urteil des OLG Düsseldorfer-' geben hat (6U49/96, Urteil v. 13.2.1997, wird gegen 5 DM Portokosten vom Bund der Energieverbraucher zugesandt, vgl. ED 2/97).
Unterdessen fahren die beiden Tanklaster von John Driessen-Gas ohne Unterbrechung zwischen Rotterdam und Westdeutschland hin und her.

Alle gegen einen

Die BHG ist verständlicherweise bei den meisten Branchenkollegen nicht besonders beliebt. Kein Argument ist gegen die freien Händler zu dumm. „Die BHG verkauft ihr Gas günstiger als wir es einkaufen", jammert die Firma Primagas, eine der größten der Branche. Hat ein Bauer die ganze Branche in den Sack gesteckt? BHG-Geschäftsführer Eickhoff hat daraufhin Primagas die Lieferung von Gas angeboten, ohne eine Reaktion zu erhalten. Die großen Flüssiggasfirmen sind in der Mehrzahl Töchter der großen Mineralölkonzerne, die offensichtlich bei Flüssiggas nochmals kräftig mitverdienen: Esso hat 1997 einen Jahresüberschuss von 916 Mio. DM erzielt, den höchsten in der Firmengeschichte.
„Die Qualität sei minderwertig", so der Vorwurf. Dabei garantiert die BHG die Qualität nach DIN 51622: 99% Propangasgehalt.
"Die Liefersicherheit sei nicht gegeben. Wenn es knapp wird, sitze man ohne Vertrag halt im Kalten." So versucht man ängstliche Kunden einzuschüchtern. Eickhoff sagt seinen Kunden eine Lieferung binnen acht bis 14 Tagen zu. Wenn einer seiner Kunden im Winter im Kalten sitzt, dann hat er innerhalb von sechs bis sieben Stunden sein Gas von Eickhoff, sofern das irgendwie möglich ist. Wenn dafür Umwege gefahren werden müssen, dann wird das Gas um ein bis zwei Pfennig teurer. Man sollte allerdings Nachschub bestellen, bevor der letzte Liter verbraucht ist. "Kein Versicheiungsschutz", wird das Geschäft mit der Angst weiter betrieben. Dabei ist Driessen gegen Unfälle bei der Lieferung mit 15 Mio. DM versichert. Und während des Heizungsbetriebs deckt die Feuerversicherung das Risiko der Heizung mit ab. "Keine Sicherheit und keine TÜV Abnahme bei freien Händlern". Auch das stimmt nicht. Denn alle freien Händler arbeiten mit Fachfirmen zusammen, die Tanks und Anlagen errichten und warten dürfen und eine entsprechende behördliche Anerkennung haben.
 

 

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